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Die Orgel in der St. Johannes-Kirche zu Wiefelstede wurde in den Jahren 1729-31 von dem Orgelbauer Christian Vater, der zuvor in der Werkstatt des berühmten Arp Schnitgers gearbeitet hatte, gebaut. Die Orgel durfte ein Jahr lang nicht erklingen, da der dänische König (Wiefelstede gehörte damals zu Dänemark) gestorben war. Schon damals wurde der Orgel die hohe Qualität attestiert, von der Experten noch heute sprechen.


Im Jahre 1862 erfolgte ein Umbau, um die Orgel den sich wandelnden Klangvorstellungen anzupassen. Wir können heute dankbar sein, dass Wiefelstede damals nicht so viel Geld besaß, wie beispielsweise Bad Zwischenahn, wo die dortige Christian-Vater-Orgel anstelle eines neuen Instruments abgerissen wurde.


1935 erfolgte der erste Schritt zurück zum alten Klang: Die Disposition - die Zusammenstellung von Registern (Klangfarben) - wurde etwa so geändert, wie es 1730 der Fall war; es wurde aber ein Trompetenregister entfernt, dafür ein Subbass hinzugefügt.


1982 führte die Orgelbaufirma Führer aus Wilhelmshaven ihre erste Restaurierung von 1935 weiter und versuchte damit, die Orgel in ihren neu aufgetretenen Schäden zu verbessern.


Heute muss die Orgel erneut restauriert werden. Dieses Mal soll sie endgültig zum Originalzustand zurück geführt werden. Dafür hat man den niederländischen Orgelbauer Henk van Eeken ausgewählt, der sich im Gebiet der Barockorgeln einen besonderen Namen gemacht hat, unter anderem beim Orgelforschungsprojekt an der Universität von Göteborg, wo er gemeinsam mit Kollegen eine Arp-Schnitger-Orgel rekonstruierte und dabei untersuchte, was die Pfeifen und die Windversorgung von den heute erarbeiteten Instrumenten oft noch unterscheidet. Im Sommer 2011 wird die Orgel abmontiert und in die Orgelwerkstatt nach Herwijnen gebracht werden.

 

Die Christian-Vater-Orgel von 1730

Zusammenfassung

Foto: Duddeck